Zur biopolitischen Konstruktion (post)kolonialer Identitäten.
Vortrag von Tom Waibel im Rahmen der Reihe Szenen der Kritik. Zwischen
postkolonialer, medienästhetischer und politischer Philosophie von Katja
Diefenbach und Andrea Allerkamp an der Europa-Universität Viadrina
Frankfurt (Oder).
"In der wiederholten Maskierung lässt sich kein anderes Subjekt
entdecken als die Maske selbst, denn Masken verbergen nichts anderes als
andere Masken. Subcomandante Marcos, der maskierte Sprecher der
aufständischen Zapatistas bringt die gesellschaftliche Dynamik in diesem
komplexen Spiel von Masken und Maskierungen auf eine bündige und
widersprüchliche Formel: »Hinter uns sind wir ihr.« Ebenso wie nichts
vor den Masken liegt, was jene später bedeckt hätten, wird sich auch
hinter dem Schleier der Maske keine Welt finden, die frei von
Maskierungen wäre…"
Masken des Widerstands – Buchpräsentation im Depot am 13. April 2022
In den Kämpfen für eine andere Welt ist eine Vielheit von Masken an die
Stelle des einheitlichen Subjekts getreten, das die Revolutionen des 20.
Jahrhunderts im Proletariat zu finden hofften. Das Buch untersucht am
Beispiel der maskierten aufständischen Zapatistas im Südosten von Mexiko
und den Maskierungen der Maya im Hochland von Guatemala die Verbindung
von Spiritualität und Politik im indigenen Widerstand: Der Anspruch auf
die Anerkennung von Vielfalt, Differenz und Würde stützt sich auf
soziale, ökonomische und symbolische Formen von Sinn, Wert und
Bedeutung, die sich der kapitalistischen Wertzirkulation widersetzen.
Masken des Widerstands. Spiritualität und Politik in Mesoamerika, Wien: Löcker 2022, 504 S., ISBN 978-3-85409-611-5
In den weltweiten Kämpfen für eine bessere Welt ist eine Vielheit von Masken an die Stelle der Revolutionäre der Vergangenheit getreten. Tom Waibel untersucht in seinem Buch die Verbindung von Spiritualität und Politik im indigenen Widerstand am Beispiel der maskierten aufständischen Zapatistas in Mexiko und der Maskierungen der Maya im Hochland von Guatemala. In den sozialen Auseinandersetzungen der Gegenwart haben diese
Bewegungen eine große moralische Bedeutung erlangt, da ihre politischen
Forderungen auf die dringend notwendige Anerkennung der Andersheit der
Anderen abzielen.